Durch das 59:6 gegen die Alpine Rams hat Rhein Fire vorzeitig den Playoff-Einzug in der American Football League Europe geschafft. Da die London Warriors am Wochenende in Berlin gewonnen haben, ist der Sieg in der North/West Conference noch nicht hundertprozentig gesichert und damit auch die Frage nach einem möglichen Heimspiel im Halbfinale am 30. August.
Head Coach Mark Ridgley genoss unmittelbar nach Spielende den Moment, dass die erste Teiletappe geschafft ist: „Ich freue mich für diese Jungs, für die Spieler, die Trainer, alle, die Teil dieser Mannschaft sind, und für alle Mitarbeiter“, sagte der Trainer vor den Augen seines Vaters, der aus den USA nach Deutschland gekommen war.
Wie schon beim Hinspiel in der Schweiz hat Rhein Fire schnell für klare Verhältnisse gesorgt. Bereits nach fünf Spielzügen im Angriff war Rhein Fire zum ersten Mal in der Endzone. Kenji Bahars Pass fand von der 36 Yard-Linie den Weg zu Kaylon Geiger. Unterstützt durch ein starkes Blocking hatte Geiger freie Bahn auf seinem Lauf in die Endzone. Ähnlich schnell und effektiv lief es dann auch in der zweiten Angriffsserie der Gastgeber. Jonathan Scott vollendete dieses Mal mit seinem Lauf aus 23 Yards Entfernung – Zwischenstand nach dem ersten Viertel: 12:0.
Im zweiten Quarter griff Offensive Coordinator Rohat Dagdelen einmal mehr in die Trickkiste des Playbooks. Bahar übergab den Ball bei einem End-around-Spielzug an Kaylon Geiger. Der Wide Receiver lief bei seinem Seitenwechsel mit dem Ball durchs Backfield und warf aus elf Yards Entfernung auf Harlan Kwofie in der Endzone. Touchdown zum 19:0-Zwischenstand nach dem verwandelten Extrapunkt durch Sebastian Van Santen.
Die Gäste aus der Schweiz mühten sich ab. Spielmacher Seth Morgan versuchte vor allem über Running Back Lionel Bangala und Wide Receiver Kevin Kaya, irgendwie Yards gutzumachen. So richtig gelingen wollte das im Spiel aber nur in einer Angriffsserie. Mitte des zweiten Quarters konnten die Rams durch einen 18 Yard-Lauf von Quarterback Morgan ihre einzigen Punkte vor 5.136 Fans in der Schauinsland-Reisen-Arena erzielen.
Die weiteren Punkte für Fire zum 40:6-Pausenstand erzielten Joshua Scott (77 Yard-Pass von Bahar, Extrapunkt Van Santen), Kaylon Geiger (51 Yard-Pass von Bahar, Extrapunkt Van Santen) und Jonathan Scott (5 Yard-Lauf, Extrapunkt Van Santen).
Die zweite Hälfte nutzte Rhein Fire, um so vielen Spielern wie möglich Einsatzzeit zu ermöglichen. Tom Wolf warf im dritten Viertel einen Touchdown-Pass auf Offensive Lineman Sven Breidenbach. Sowohl Breidenbach als auch Yasir Raji hatten sich zuvor bei den Unparteiischen als „Eligible Receiver“ in einer Tight-End-Position angemeldet und damit das Recht, einen Pass zu fangen. Normalerweise dürfen Spieler mit einer Rückennummer in den 70ern keine Pässe in Empfang nehmen.
Die Schlusspunkte im vierten Viertel erzielten die Running Backs Sergej Kendus (Extrapunkt Van Santen) und Giacomo de Pauli mit jeweils einem Touchdown. Nach dem letzten regulären Saisonheimspiel in Duisburg richtete sich der Fokus von Spielern und Trainern schnell auf den bevorstehenden Roadtrip. „In den nächsten drei Wochen haben wir noch mehrere Gelegenheiten, uns weiter zu verbessern – bis der entscheidende Zeitpunkt gekommen ist“, sagte Head Coach Mark Ridgley mit Blick auf die Auswärtsspiele gegen Berlin, Florenz und London (die Partie gegen die Warriors findet in Palma de Mallorca statt).
Mit einem weiteren Sieg wäre Rhein Fire der Gewinn der North/West Conference nicht mehr zu nehmen. Damit würde Rhein Fire als Zweiter der Playoff-Setzliste ein Heimspiel im Halbfinale um den Einzug ins Finale austragen. Aufgrund von Terminüberschneidungen in Duisburg würde das mögliche Halbfinale am 30. August im Stadion Niederrhein in Oberhausen stattfinden. Informationen zum Ticketverkauf werden kurzfristig bekannt gegeben, sobald das Heimspiel offiziell feststeht. Die Kickoff-Zeit wird in Absprache mit den AFLE TV-Partnern noch festgelegt.
Am kommenden Sonntag ist Rhein Fire zu Gast bei Berlin Thunder.