Die Vienna Vikings haben auch das zweite Duell in der American Football League Europe gegen Rhein Fire gewonnen. Vor 6055 Fans in Duisburg hieß es am Ende 16:28.
Das Spiel entwickelte sich zum Duell auf Augenhöhe. Ein Fumble durch Jonathan Scott und jeweils ein verschossenes Field Goal auf beiden Seiten sorgten für ein punkteloses erstes Viertel. Der erste Spielzug im zweiten Viertel riss dann aber alle aus den Sitzen. Fires Edge Rusher Diego Paz Gonzales warf sich spektakulär in einen Pass von Vikings-Spielmacher Ben Holmes. Paz Gonzales fing die Interception und trug den Ball über 55 Yards zum Touchdown zurück in die Endzone. Touchdown plus PAT von Sebastian Van Santen zur 7:0-Führung. „Ich tat, was ich tun musste, und blickte nicht mehr nach hinten“, sagt Paz Gonzales über seine Touchdown-Premiere im Fire-Trikot.
Die ungeschlagenen Gäste aus Wien reagierten genervt, aber gleichzeitig unbeeindruckt von diesem Rückstand. Holmes führte seine Offense souverän über das Feld und vollendete schließlich die Angriffsserie mit einem Touchdown-Pass auf Yannick Mayr aus drei Yards Entfernung. Der Anschluss zum 6:7, da der Wiener Extrapunkt daneben ging.
Rhein Fire konnte offensiv das Laufspiel über Jonathan Scott nicht wie erhofft etablieren – nicht so, wie in den vergangenen Wochen. Kurz vor dem Two-Minute-Warning erhöhte Wien durch einen Lauf von Ben Holmes auf 12:6. Die anschließende Two-Point-Conversion misslang.
Kenji Bahar legte vor der Pause einen guten Two-Minute-Drill mit der Fire-Offense hin. Am Ende sollte es aber nur zu zwei weiteren Punkten reichen. Vikings-Passverteidiger Benjamin Straight fing einen Bahar-Pass in der Endzone ab, lief zunächst aus der Endzone heraus und ließ sich von Keylon Geiger für ein Safety tackeln. Der Pausenstand: 9:12 aus Sicht von Fire.
Auch in der zweiten Hälfte gingen die defensiven Probleme von Fire weiter. Ben Holmes führte mit seinen angetäuschten Ballübergaben die Gastgeber in schöner Regelmäßigkeit auf eine falsche Fährte. Wien erhöhte durch einen Touchdown von Bernhard Seikovits und ein Field Goal auf 22:9 gegen Rhein Fire.
Der Druck stieg und die Zeit wurde weniger. Kenji Bahar fand jetzt immer wieder Harlan Kwofie, mit elf Catches für 116 Yards bester Receiver der Hausherren. Sein sechs Yards langer Touchdown zum 16:22 sorgte für neue Hoffnung. Der finnische Running Back Kari Pajarinnen machte mit seinem vier Yards langen Lauf in die Endzone im nächsten Drive den Deckel drauf. 16:28 lautete der Endstand.
Mark Ridgley versucht, den Blick schnell nach vorne zu richten. „Solche Spiele sind eine Möglichkeit zu lernen und das eigene Temperament zu kontrollieren“, sagt der Rhein-Fire-Head-Coach. In der regulären Saison gebe es schließlich noch weitere Gelegenheiten, in denen Fehler nicht gleich das Saisonende bedeuten. Harlan Kwofie schlägt in eine ähnliche Richtung: „Es waren kleine Fehler, die heute den Unterschied gemacht haben.“
Mit einer Bilanz von fünf Siegen und zwei Niederlagen bleibt Rhein Fire Tabellenführer in der North/West-Conference der AFLE. Am kommenden Sonntag ist Fire zu Gast bei Paris Lights. Kick-off ist um 16:40 Uhr.